Anspruch und Wirklichkeit zusammenbringen.
Was nicht mehr passt
Mein Berufsweg war in den letzten 15 Jahren auf einem Vergütungsmodell aufgebaut, das auf Provisionen beruhte. Diese Tatsache hat Konsequenzen, die nichts mit einzelnen Personen zu tun haben. Sie sind strukturell.
Wer in einem solchen Modell Mandanten betreut, ohne ständig neu zu verkaufen, verdient kein Geld. Wer ständig neu verkauft, baut sich einen Kundenstamm auf, den er über kurz oder lang nicht mehr vollends betreuen kann. Dies ist eine Spirale, in der man sich entweder immer wieder zum Neugeschäft bekennt oder den eigenen Serviceanspruch in den Mittelpunkt stellt.
Bei mir wird es in Zukunft die zweite Variante sein. Im alten System konnte ich das nicht halten. Ich habe viel gearbeitet, aber mein eigenes Serviceversprechen blieb auf der Strecke. Ein systemisches Problem, kein persönliches.
Diese Diagnose ist keine Abrechnung. Sie ist die Grundlage dafür, dass ich heute einen anderen Weg gehe.
Was sich verändert hat
Ich habe in den letzten Jahren nicht immer halten können, was ich mir vorgenommen hatte, was meinem Selbstbild entsprochen hätte. Das ist nicht aus mangelnder Absicht entstanden, sondern aus einem System heraus, in dem ich nicht darstellen konnte, was ich wollte. Anspruch und Wirklichkeit sind auseinander gedriftet.
Vor neun Monaten habe ich eine Entscheidung gefällt, ohne zu wissen, wohin sie mich führen würde. Ich habe diese Zeit genutzt, um ein stabiles Fundament aufzubauen und einen neuen Ansatz intensiv vorzubereiten. Daraus ist etwas entstanden, das aufgreift, was in dieser Branche zu oft brach liegt. Ein System für eine Kundenbeziehung, das das Verständnis für den Mandanten lebt, Betreuung und Service als festen Bestandteil begreift und Nähe als Selbstverständlichkeit pflegt.
Ich habe gelernt, was Unsicherheit bedeutet. Diese Erfahrung hat mir ein Fundament gegeben. Wer heute mit mir zusammenarbeiten möchte, trifft auf einen Berater, der das aus eigener Erfahrung kennt. Den Konflikt zwischen Anspruch und Wirklichkeit will ich nicht weiter austragen. Deshalb gehe ich jetzt einen anderen Weg.
Wie die neue Welt aussieht
Finanzberatung hat in meinem Verständnis drei eigenständige, für sich stehende Aufgaben:
1. Analyse
2. Verkauf von Produkten
3. Betreuung
Jede dieser Aufgaben braucht eine Vergütungslogik, die zu ihrem Wesen passt. Das ist der Kern dessen, was sich in meiner Arbeit jetzt strukturell ändert.
Im Bereich Investment und Altersvorsorge verzichte ich bewusst auf Provisionen. Mein Honorar berechne ich nach Aufwand und Know-how, nicht analog zur entgangenen Provision. Für Kunden bedeutet dies eine Ersparnis im vier- und fünfstelligen Bereich über die Laufzeit einer durchschnittlichen Kundenbeziehung. Es ist keine Marketing-Aussage. Es ist Mathematik.
In anderen Bereichen, etwa bei klassischen Sachversicherungen oder bei Produkten, für die es keine Honorarvariante gibt, bleibe ich in der Provisionswelt. Nicht aus Bequemlichkeit, sondern weil ein Honorar in diesen Fällen nicht umsetzbar ist. Wer aber ganzheitlich beraten will, kann nicht auf Produktbereiche verzichten, nur weil die Vergütung nicht ins ideale Schema passt. Pragmatismus ist hier Teil des Anspruchs.
Mein Service-Konzept ist ein eigenes Element in diesem Modell. Es ist in der Gesamt-Konstellation und Ausarbeitung einzigartig, stellt den Mandanten wieder in den Mittelpunkt und liefert einen Mehrwert, den klassische Finanzberatung in dieser Form nicht kennt. Die Details hierzu folgen in weiteren Beiträgen, über die nächsten Wochen und Monate verteilt. Wer interessiert ist und jetzt schon mehr wissen möchte, bucht gerne einen Ersttermin bei mir.
Das Bild, das mir für die gesamte Dienstleistung vor Augen schwebt, ist das eines „Small Family Office“. Alle Finanzthemen aus einer Hand, ohne dass du klassische Mindestvoraussetzungen erfüllen musst. Wie das im Detail funktioniert, ist ebenfalls Stoff für weitere Beiträge in den nächsten Wochen.
Was das für dich bedeutet
Ich freue mich über jeden, der in Zukunft mit mir zusammenarbeiten möchte.
Wenn du mich heute zum ersten Mal liest, bekommst du mit diesem Beitrag eine ehrliche Vorstellung davon, wie ich arbeite und wofür ich stehe. Wenn dich das anspricht, freue ich mich auf ein Gespräch. Wenn du noch unsicher bist, hast du zumindest eine klare Vorstellung darüber, was meine Arbeit von anderen Dienstleistern unterscheidet.
Danke
Den beschriebenen Schritt zu gehen war nicht leicht. Entscheiden und umsetzen musste ich es selber. Es war aber nur möglich dank besonderer Menschen in meinem Leben, bei denen ich mich herzlich bedanken möchte.
In erster Linie bei meiner Frau Kira, die mich vom ersten Tag an unbeschreiblich emotional unterstützt hat. Selbst als es mir schlecht ging und ich Zweifel hatte, stand sie immer an meiner Seite und hat mich bestätigt, dass ich und damit wir in einer gleichberechtigten Partnerschaft diesen Weg gehen sollten.
Des Weiteren bei Sebastian. Nach der größten Enttäuschung der vergangenen zehn Jahre hast du mir, 48 Stunden später, Mut, einen Auftrag und eine klare Vision gegeben. Ich danke dir für deine Ehrlichkeit, den immer offenen Austausch und das stets vertrauensvolle Miteinander.
Auf Kundenseite bedanke ich mich bei Daniel und bei Lars. Ihr habt mir manchmal auf harte, aber doch meist respektvolle Art und Weise gezeigt, wo ich mich verändert habe und wann es leider nicht zum Positiven war. Ich danke euch dafür, dass ihr mir einen wesentlichen Impuls gegeben habt, dieses System für zukünftige Geschäftsbeziehungen und Mandanten zu bauen.
Und abschließend danke ich dir, Thomas. Wir haben uns sehr zeitnah getroffen, als ich die Entscheidung gefällt habe, einen neuen Weg einzuschlagen. Du hast mir einmal den Kopf gewaschen, aber danach Möglichkeiten gezeigt, wie ich vieles, was ich kritisch gesehen habe, positiv gestalten kann.
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